KG Königshofen "die Schnocke" e.V. 1969
Schnocke voran

Der Turmbergteufel

Eine historische Narrenfigur bereichert seit 2018 das bunte Treiben in Königshofen. Eine Figur, die im unmittelbaren Zusammen-hang mit den Hexen steht, eine Figur die laut dem mittelalterlichen Aberglauben, den Hexen Ihre magischen Kräften verlieh, sich die Hexen zu Untertanen machte: der Teufel, genauer gesagt den Turmbergteufel. Wenn wir in der Geschichte bis in Mittelalter zurückschauen, können wir sehen, wie schon damals die närrische Zeit, vor der Fastenzeit, in vollen Zügen vom Volke ausge-kostet wurde. Was zunehmend auf Missfallen der Kichre stieß. Die Welt der Fasnacht wurde als gottlos, ja, teuflisch angesehen. Auf die Verurteilungen der Kirche reagierten die Feiernden, indem sie sich erst recht als Teufel oder Narr verkleideten. Die ältesten, schon im späten Mittelalter urkundlich belegten Fasnachtsgestalten  sind der "Teufel", die Verkörperung des Bösen schlechthin, und sein Abkömmling, der dämonenhafte "Wilder Mann", meist eine Art Waldmensch. Beide treten auch heute noch während der Fasnacht in unterschiedlicher Form in Erscheinung. 

Die nach mittelalterlicher Vorstellung ebenfalls dem Teufel nahestehenden Figuren der unheimlichen "Wilden Frau" und des häßlichen "Alten Weibes", aus denen sich, allerdings wohl erst nach Ende der Hexenprozesse, die "Hexe" entwickelt haben dürfte, werden auch schon zu jener Zeit erwähnt. Dabei war es damals offensichtlich durchaus üblich, daß gerade Teufelskleider auch aus dem Kirchenfundus für geistliche Spiele und Prozessionen zu Fasnachtszwecken ausgeliehen wurden. 


Im Laufe der Zeit entstanden verschieden Skizzen und Zeichnungen. Die Maske des Turmberteufels sollt sich an die der Tauberhexe anlehnen und keine furchteinflößende Fratze darstellen. So finden sich in der Teufelsmaske Nase, Wangen Augenbrauen und Stirn der Tauberhexe wieder. Auch in der Jacke des Häs, finden sich Weinblätter, die einen lokalen Bezug zu Königshofen herstellen. Der Turmbergteufel wird erstmalig an der Inthronisierung im Januar 2018 der Öffentlich vorgestellt.

Bericht Heiko Schreck mit Auszügen aus einem Bericht von Peter Haller