Geschichte

Attraktiv, modern im  Format  und gefällig in der  druckgraphischen Gestaltung und ansprechend, insgesamt humorvoll und witzig stellt sich auch oder gerade in diesem Jahr wieder "Die Schnock" dar. Sie ist das “größte amtliche  Informationsblatt der Narren  von Schnockenhofen  und  Umgebung."  Diesen Untertitel  allerdings  reklamierte die erste Ausgabe der Nachkriegszeit  bereits fiir die Fastnachtssaison 1950, und dabei ist es unausgesprochen bis heute auch geblieben, wenn sich auch an der Aufmachung eindrucksvoll geändert hat und darunter heute "das Amtsblatt, das nur einmal erscheint"' zu verstehen ist.

 

 

"Foschenoochd" hat in Königshofen eine uralte tiefverwurzelte Tradition. Weder die großen Um-, Ein- oder Zusammenbrüche unseres Jahrhunderts noch die Neuorientierungen aus einzelnen Jahrzehnten, nicht der Untergang der Monarchie 1918, nicht die landläufig bescheidenen Verhältnisse während den Zwischenkriegszeiten von der Weimarer Republik bis tief ins Dritte Reich und auch nicht die Katastrophe des Zweiten Weltkriegs 1945, die Königshofen so nachhaltig bitter und hart getroffen hat, konnten dem jahreszeitlich gebotenen närrischen Treiben hier ein für allemal oder nur allmählich den Garaus  machen. Eins kam nach dem Anderen wie die welthörigen, nicht unbedingt traditionsverpflichteten 50-ziger und 60-ziger Jahre auch. Wer wie unsere Stadt seit 1418 fast ununterbrochen 400 Jahre hindurch zum Erzstift Mainz gehörte, für den lag es nahe, heimisches fränkisches Brauchtum mit der allrömischen Tradition des rheinischen Karnevals über eine bedeutende Zeitspanne hinweg mit einander zu verbinden, um mit dem Gewachsenen eigenständig zu leben, Wie wir seit 1980 den halb versunkenen Schatz "500 Jahre Königshöfer Weihnachtsmarkt” (1493 - 1993) aus dem Dunkel der  Geschichte ans Tageslicht brachten, so  wird sich einmal  die Vermutung über die jahrhundertealte Verquickung von .,Foschenoochd", Karneval, Mainzer Herrschaft und lokaler Weinkultur bestätigen lassen.

 

 

Der Narrenclub, der mit Josef Kemmer, Karl Bethäußer, Rudolf Spengler, Eugen Schad, Peter Weckesser. Adolf Sack, Anton Kröppel und Gotthold Volk vor genau 44 Jahren -1969- ins Leben gerufen wurde, hielt den Clubgedanken erst gar nicht lange aufrecht.  Schon seit 1971 existiert aus dem organisatorischen Vorspann die Karnevalsgesellschaft Königshofen "Die Schnocke" e. V.. Sie bekennt sich damit im Namen schon zum ehemals mainzischen Regiment eines lang hin maßgebliches Kulturgut unserer Stadt.

 

 

Den Gründungs- und Vereinsmitgliedern war es von Anfang an klar, dass es vor ihrer Zeit schon zahlreiche Initiativen, Aktivitäten und Aktionen zur "Foschenoochd" in Königshofen gegeben hat und andere vereinsgebundene weiterhin bestehen werden. Je nach der persönlichen Zuordnung und Verbindung sollten solche Personen, Gruppierungen reaktiviert, zum  gemeinsamen Planen und Mitmachen angeregt und organisatorisch eingebunden werden.  Die Zeitumstände ganz allgemeiner Art und von lokalem Zuschnitt   begünstigten   die   Vereinsgründung nicht sonderlich. 

 

Die Ära Josef Weid war im Gründungsjahr 1969 vorerst unwiederbringlich zu Ende gegangen und die jungen Leute waren nur schwer für Begriffe wie Heimat und Brauchtum und dafür, was hinter ihnen stand zu gewinnen. Umso mehr galt es in Zeiten, in denen die integrative Kraft fehle, neue Angebote der aktiven Teilnahme zu machen. Die Bürgermeisterwahl hatte ohnehin unterschiedliche Positionen deutlich markiert. Man war fest entschlossen, nicht mehr allein auf Eigeninitiative und persönliche Spontanität zu bauen. Möglichst wenig sollte dem Zufall überlassen werden. So wollte man sich zweckentsprechend in einem neuen Verein organisatorisch auf die je einzelne Fasnachtssaison vorbereiten und rüsten.

 

 

Wie schwer es werden sollte, zumal sich attraktive Beiträge andere  Vereine, beispielsweise der weithin bekannte Lumpenball des Turnvereins bereits etabliert hatten, das zeigt nicht allein, aber auch der häufige Wechsel in der Präsidentschaft der “Königshöfer Schnocken" (NCK -KGK) sehr deutlich. Erst seit 1981 kehrte eine relative Ruhe, Konstanz und Stabilität in die wechselhafte Führung ein und niemand bestreitet dass zunächst der Kampf gegen die Gemeindereform im Blick auf Wesentliches, Bedrückendes und dann in Folge der  Resignation aus den  Folgen auch  unheilvoll einwirkte,  weil  sie  notwendig  Kräfte gebunden,  andere  in  Parteiungen geteilt, schließlich für die ersten Jahre von 1975 an möglichen Gemeinsamkeiten zersplittert und zerfasert hatte.

 

 

Eduard Walter (1977/1978) füllten mit Peter Stein (1979/1980) die Liste der ersten Vorsitzenden. In etwas mehr als 10 Jahren gab es sieben gewollte, jedenfalls erfolgte Wechsel, Gott sei Dank nicht jedesmal aus einem völlig neuen Personenkreis. Beständigkeit in der Vorstandschaft ist sicher eine gute Voraussetzung für einen neuen Verein, eine Garantie für den Erfolg und eine gedeihliche Zukunft kann sie allein auch nicht abgeben. In den 80-ziger Jahren legten die Mitglieder die Geschicke vertrauensvoll in ganz neue Hände: Peter Härle (1981-1985) und Erwin Jaufmann (1985-1989) wagten den Neuanfang. Bis dahin war noch kein erster Vorsitzender so lange im Amt verblieben. Nicht ohne Interesse verblieb jedoch, was das Ehrenmitglied Jürgen Ansel seinem Verein und Leseren der Schnock 1986 zum 15. Geburtstag der Karnevalsgesellsehaft im Grußwort des Bürgermeisters festhält: “Jung an Jahren” sind die .Schnocke doch schon bald den Kinderschuhen entwachsen und nach anfänglichen Startschwierigkeiten flügge geworden. Dank der Initiative des neuen Präsidenten Erwin Jaufmann  befinden  sich  die "Schnocke"  im  Jubiläumsjahr  auf steigendem Kurs, nach dem man 1984 etwas ins Trudeln geraten war." Anläßlich dessen Jubiläums erschien unter seiner Präsidentschaft eine Jubiläumsschnock, die in Wort und Bild, Vorgänge, Ereignisse, Vorgänger und das zeitgeschichtliche Umfeld des Vereins bis dorthin eingehend erläutert und informativ vorstellt.

 

Jaufmanns Verdienst, der den Verein in der zweiten Hälfte der 80-ziger Jahre durchgängig führt, liegt zweifellos darin, dass er der Karnevalsgesellschaft zu ihrer eigenen Identität  nach innen und außen verholfen hat. Die neue Standarte von 1986 ist ein beredetes Zeugnis für die heimatverbundene Standortbestimmung.  Auf beeindruckende Weise stellt die Vorderseite in leuchtenden Farben die Karnevalsgesellschaft in ihrer 15-jährigen Geschichte, die Seilnocken aber in ihrer angestammten jahrtausendalten Siedlungslandschaft an der Tauber dar. Das alte Königshöfer Rathaus bildet den Blickpunkt auf der Rückseite, von Weinreben umrankt, in den Kriegswirren zu Ostern 1945 völlig zerstört, gehört wie alle Bilder und Zahlen zu der Geschichte – mit den Gedenkdaten und Jahreszahlen 741 und 889, die an die Glanzzeiten Königshofens aus der ersten urkundlichen Erwähnung und der spätesten Bestätigung erinnern.

 

Aber zur eigenen Geschichte gehören auch die Schicksalsschläge aus dem Bauernkrieg 1525, aus dem Niedergang durch militärische Zerstörung 1945 und der Untergang 1975 der kommunalpolitischen   Existenz per Gesetz Heimat- und Vereinsgeschichte findet sich auf dieser Standarte im Einklang mit der kurmainzischen Tradition - im Mainzer Rad - wie sie offiziell aus dem öffentlichen Leben verdrängt wurde und beispielsweise als prägende Gestaltungskraft für unser Stadtgebiet im amtlichen Wappen der Stadt Lauda-Könighofen überhaupt nicht mehr vorkommt. Deshalb sind solche selbstgewählten Signale um so wichtiger.

 

 

Jaufmann, der persönlich über einschlägige Erfahrungen als Vorsitzender des SV Königshofen e. V. verfügte, versuchte mit Erfolg die Karnevalsgesellschaft stärker zu institutionalisieren und bewußt die Vereinsanliegen und -zielen mit denen der örtlichen Vereine zu verbinden. “Die Schnock" putzte sich im neuem “Format” auf. “Alle Mann an Bord" lautete die Devise. Man sucht in Vorbereitung auf die 1250 ­Jahrfeier in Königshofen gezielt den Kontakt zu den anderen beiden Königshofen und machte seine offizielle Aufwartung in Gaukönigshofen.

 

 

Mit der neugeschaffenen Standarte ist man auch bei anderen lokalen Festen vor Ort präsent. Schließlich erschien man seit 1987 als 37. Mitglied im Narrenring Main­Neckar e. V.. Neue Pflichten und Aufgaben weisen die Richtung, eröffneten aber auch völlig neue Möglichkeiten  für Königshofen und die Karnevalsgesellschaft selbst.

Nach seinem Rücktritt geriet der Verein noch einmal in eine äußerst gefährliche Situation. Vieles erschien vergebens auf den Weg gebracht.

 

 

Dann machte sich der gebürtige Königshöfer Andreas Sack, der Sohn des Gründungs- und Ehrenmitglieds Adolf Sack, die Ziele des Vereins zu seinen. Bereits mit der Durchführung der eingeschränkten Kampagne 1992 unter der Mithilfe des damals kommissarisch eingesetzten Vorsitzenden Eduard Walter setzte dieser junge Mann die Eckpfeiler für einen Neubeginn der Fastnacht in Königshofen. Vehement und engagiert·verfocht dieser den Neuaufbau seit diesem Zeitpunkt zielstrebig ohne Hast und Hektik. Sehr überlegt setzt er sich für das kulturelle Aufgabenfeld einer sehens­ und erlebenswerten Fastnacht ein. In der darauffolgenden Session repräsentieren Leute aus den unterschiedlichen Vereinen den Elferrat und eine komplette neue Vereinsführung unter Federführung von Andreas Sack gestalteten  wieder einmal eine Prunksitzung, die im Gesellenhaus stattfand.

 

Die interaktive Form berechtigte zu Mut und Zuversicht für die nächsten Jahre. Mit dem 25-jährigen Vereinsjubiläum im Jahr 1994 zeigte der neuformierte Verein, dass er durch aus in der Lage ist, mit vielfältiger Vorbereitung und ständig neuen Ideen umzugehen. Ein großer Jubiläumsumzug sowie zwei Abendveranstaltungen mit unterschiedlicher Programmgestaltung und weitere Veranstaltungen zeigten hierbei die Früchte der verrichteten Arbeit. Aufgrund der raschen sowie vielfältigen Zunahme der Elferräte wurde die Anschaffung neuer Komiteesakkos notwendig. Daher erfolgte im Jahr 1996 die Anschaffung neuer schmucker, eleganter den Vereinsfarben entsprechenden weinroten Elferratsjacken.

 

 

Von Jahr zu Jahr müssen ständig gute Ideen und noch bessere Interpretationen der Akteure - welche die Präsentation der Arbeits- und Planungsergebnisse vieler aufeinander abgestimmten Hände vereinen - nach aussen getragen werden. Denn nirgends sonst ist das Vereinsimage so abhängig vom sichtbaren und hörbaren Ergebnis·innerhalb nur weniger Tage. Was die Personen und .Programme offerieren muss dann ankommen, denn die Fastnacht lebt aus der Originalität und Aktualität.  Showtanz, Prinzengarde und Prinzenpaare wechseln personell ganz und teilweise unter stetig wechselnder Regie. Die Büttenredner und Vortragskünstler ändern Ihre Themen - und das jedes Jahr.

 

 

Denn der närrischen Kalender diktiert die Termine.  Durch die Beständigkeit der Führungsspitze etablierte sich auch die seit 1993 durchgeführte Prunksitzung als Bunte Narrensitzung. Einen besonderen   Namen  haben  sich  sicherlich  hierbei die  aktiven  Sitzungsfasnachter wie Büttenredner Hubert Deckert sowie Monika und Roswitha Merz  gemacht, ferner auch  das Schnockentrio, das fast ein Jahrzehnt eine feste  Einrichtung der alljährlichen Narrenitzung darstellte. Sicherlich ist es auch kein Zufall, dass gerade seit dem Neubeginn durch das Schnockentrio Hermann Fürst, Helmut Geiger und Horst Hennings man in Schnockenhofen auch auf eine eigene Narrenhymne, das “Schnockenlied"  zurückgreifen kann.

 

 

Durch das kontinuierlich steigende Interesse der Besucher und große Platzprobleme der Akteure erfolgte ab 1998 die Verlegung der jährlichen Prunksitzung wieder in die Tauber-Franken-Halle. Durch die Verkleinerung der Hallengröße, sowie durch eine professionelle Beschallungs- und Beleuchtungstechnik. wurde hierbei der Grundstein für die Schaffung  einer neuen “Kultstätte” ·bzw. “Narrenscheune" gelegt. Auch in der Straßenfastnacht zeigt sich der Verein stetig aktiv.  Zur  Erhaltung der Umzugsbereitschaft  und Teilnahmen an  Fasnachtsumzügen  wurde rechtzeitig zur Kampagne 2001 der große Prunkwagen unter Regie des Präsidenten fertiggestellt. Der vereinseigene Prunkwagen sowie das Fahrzeug mit dem überdimensionalen Vereinssymbol der “Schnock" stellen damit natürlich Standbeine für den großen Gaudiwurm 2002 anlässlich des 33-jähigen Jubiläums dar.

Wie bereits im Vierteljahrhundertjubiläum erfolgte auch im 33. Jahr seit Gründung wieder eine “Jubiläumsschnock", die eine Darstellung aller Ereignisse der Zeitgeschichte in aufwendiger Darstellung der vorausgegangenen Fastnachten in Königshofen in Schrift und Bild darstellt.

Nach 11 Präsidentenjahren gab Andreas Sack sein Amt ab. Als Nachfolger fand sich der Wahlkönigshöfer Karl Bairle. Er gründete im Jahre 2003 eine Maskengruppe, die Tauberhexen. Die Tauberhexen wurden mit einer eigenen Maskenordnung und Hexenregeln  in die Satzung der KGK aufgenommen und dadurch wurde eine alte Figur der fränkischen Fastnacht erneut zum Leben erweckt. Nachdem das Narrenschiff der KGK etwas in Schieflage geraten war, übernahmen im Mai 2006 zwei „alte Hasen“ der Königshöfer Fastnacht das Erbe der Karnevalsgesellschaft.

 

Unter dem Einfluss von Reiner Heinze, als 1. Vorstand und von Elke-Maria Müller-Schreck, der neuen Sitzungspräsidentin, entwickelte sich die Königshöfer Karnevalsgesellschaft zu einem Verein, der sich durch Harmonie und hochgesteckte Ziele auszeichnete. In diesem Zusammenhang darf nicht unerwähnt bleiben, dass viele Faktoren, wie eine hervorragende Vorstandschaft als auch  die Vereinsmitglieder zusammenkommen müssen, damit ein Verein floriert. Einer dieser Faktoren ist in der Karnevalsgesellschaft Königshofen das vorhandene Gemeinschaftsgefühl. Dies hat den Erfolg erst möglich gemacht. Die KGK ist und darf darauf sehr stolz sein.

Ein weiterer Umstand der sich auch positiv auswirkte, war die Verlegung der Narrensitzungen wieder in die Tauber-Franken-Halle. Im Nachhinein betrachtet war der Umzug aber ein Meilenstein auf dem Weg zur Professionalität. Er hat den Wandel der Karnevalgesellschaft Königshofen entscheidend beeinflusst.

Ganz deutlich konnte man diesen Wandel fortan bei den Tanzgruppen (Mädchen u. Buben ab 4 Jahre) der KGK erkennen. Unter der Leitung eines jungen Trainerinnenstabes wurde ein Niveau erreicht, dass die Tanzgruppen weit über die Grenzen Königshofens hinaus bekannt gemacht hat. Diese Arbeit wird bis zum heutigen Tage mit großem Erfolg fortgesetzt.

Ein großes Augenmerk wird auch auf die Jugendarbeit in der Karnevalgesellschaft gerichtet. Im Jahr 2012 wurde unter der Verantwortung von Andreas Sack ein Jugendelferrat ins Leben gerufen.

Das 44-jährige Vereinsjubiläum wird voller Stolz im Jahr 2013 gefeiert. Die Karnevalsgesellschaft Königshofen feiert das 4 x 11 –jährige Vereinsjubiläum mit einer gigantischen Jubiläumssitzung in der Tauber-Franken-Halle und einem großen Jubiläumsumzug durch die Straßen von Künschhofe. Des Weiteren dürfen wir unsere kleinen Narren nicht vergessen, die alljährlich am Fasnachtsdienstag in der Tauber-Franken-Halle mit viel Elan und Begeisterung ein tolles Programm auf die Beine stellen. Erwähnenswert und bei der Künschhöfer Fasnacht nicht mehr weg zu denken sind unsere Tauberhexen, die auch ihren 10. Geburtstag mit ihrem Zunftmeister Heiko Schreck feiern werden. Das Festbankett wird im Gründungsmonat April 2013 offiziell begangen.